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G wie Gemeinwohl

Gemeinwohl bezeichnet das Wohl, das der Allgemeinheit zugute kommt. Gemeinwohl-Ökonomie ist ein daraus resultierendes Wirtschaftsmodell, das die Gesellschaft gerechter und das Arbeitsleben zufriedenstellender für alle machen soll. Ein Beispiel: Die Erwerbsarbeitszeit wird schrittweise auf 30 bis 33 Wochenstunden reduziert. Dadurch wird Zeit frei für 3 andere Bereiche: Beziehungs- und Betreuungsarbeit (Kinder, Kranke, Senior/innen), Eigenarbeit (Persönlichkeitsentwicklung, Kunst, Garten, Muße) sowie politische und Gemeinwesenarbeit. Infolge dieser ausgewogeneren Zeiteinteilung würde der Lebensstil konsumärmer, genügsamer und ökologisch nachhaltiger.

G wie Gender Pay Gap

Der „Gender Pay Gap“ ­bezeichnet den Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern. Konkret verdienen Frauen durchschnittlich 1.489 Euro brutto im Monat, Männer 2.205 Euro = ein Minus für Frauen  von 716 Euro ­monatlich! Typische Frauenberufe wie z. B. Pflege, Friseurin, Verkäuferin haben ein geringes Ansehen in der Gesellschaft; der Lohn ist deshalb niedriger. Zum Vergleich: Eine Friseurin verdient im ersten Lehrjahr 366 Euro ­brutto im Monat, ein Maurerlehrling 848 Euro brutto.

G wie Gender Budgeting

Gender Budgeting ist eine Strategie, um Gleichstellung in der der öffentlichen Finanz- und Haushaltspolitik zu erreichen. Derzeit ist die Verteilung teilweise ungerecht und verstärkt gesellschaftliche Unterschiede noch. Deshalb werden die Haushaltsplane von Land, Bund und Stadt überprüft, um eine gerechtere Verteilung zu erreichen. 

G wie Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming – dafür gibt es bis heute keine treffende Übersetzung. Gender Mainstreaming besagt, dass in allen Politik- und Lebensbereichen die Bedürfnisse von Frauen ebenso wie von Männern berücksichtigt werden müssen. Neue Lösungsansätze werden gesucht, soziale wie kulturelle Werte werden beleuchtet und Entscheidungsprozesse hinterfragt. Für die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Alltag!

G wie Gerechtigkeit

Jeder Person sollten die Rechte, die Achtung, die Rücksicht und die Anteilnahme zukommen, auf die sie aufgrund ihrer Leistung Anspruch erheben kann (aus Frigga Haug, Historisch-kritisches Wörterbuch des Feminismus). Gerecht sollte etwa der Lohn für geleistete Arbeit sein oder auch, dass der Lohn für gleichwertige Arbeit der gleiche ist.

G wie Gleichbehandlung

Das Gleichbehandlungsgesetz verbietet Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts bzw. auch Ungleichbehandlungen aufgrund ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung. Dieses Gesetz gilt für alle privatrechtlichen Arbeitsverträge.

G wie Gleichstellung

Die Gleichheit muss aktiv gefördert werden: das nennt man Gleichstellung. Ziele des Salzburger Leitbildes für Gleichstellung von Frauen und Männern sind:

  1. Selbstbestimmte Lebensgestaltung
  2. Leben frei von jeglicher Form von Gewalt
  3. Gleiche Möglichkeiten zur Entwicklung persönlicher Fähigkeiten
  4. Gleiche Teilhabemöglichkeiten (ökonomisch, gesellschaftlich und politisch)
  5. Gleiche Verteilung von Macht und Einfluss
  6. Eigenständiger und gleicher Zugang zu den Sozialleistungen
  7. Gleicher Zugang zu öffentlichen Leistungen
  8. Selbstbestimmung über die eigene Lebensgestaltung und Zeitverwendung
  9. Gleiche Möglichkeiten zu ökonomischer Unabhängigkeit durch Erwerbsarbeit