Tückische Fallen und Lücken

Knapp 50 Prozent der Frauen in Österreich tappen also in eine Falle – in die Teilzeitfalle nämlich. Doch damit nicht genug: nach vielen Jahren in besagter Falle entsteht eine Lücke, und zwar eine, die monatlich immerhin 613 Euro ausmacht. Nämlich dann, wenn man die durchschnittliche Pension eines Mannes mit jener einer Frau vergleicht. Worin das mündet, darüber ist regelmäßig in den Medien zu lesen: der Altersarmut. Von Frauen versteht sich. Weil die meisten Beziehungen nicht ewig halten und kein adäquates Versorgungsmodell sind.

Doch diese Altersarmut ist nur zum Teil hausgemacht. Überwiegend sind es strukturelle oder gesellschaftspolitische Gründe, dass Frauen in Sachen Gehalt bzw. Pension schlechter dastehen als Männer. Nehmen wir zum Beispiel die unbezahlte Arbeit, also Kindererziehung, Pflege und Hausarbeit. Männer wenden dafür wöchentlich rund 18 Stunden auf, Frauen hingegen rund 31 Stunden (Statistik Austria, Zeitarbeitsstudie). Das sind für Frauen täglich schon 4,42 Stunden, in denen sie keiner Erwerbstätigkeit nachgehen können.

Schlafen muss Frau auch irgendwann, damit sie sich am nächsten Tag wieder ihren vielen Aufgaben widmen kann. Also ziehen wir noch 8 Stunden pro Tag dafür ab, macht in Summe 12,42 Stunden. Dann ist der halbe Tag schon um, bleiben 11,58 Stunden – in denen theoretisch Geld verdient werden kann. Allerdings haben Frauen neben Arbeit, Hausarbeit, Pflege und Kinderbetreuung auch noch eigene Interessen. Sie möchten soziale Kontakte pflegen, entspannen, Freizeitbeschäftigungen nachgehen, ach und auch mal was essen …  Dafür veranschlagen wir 2 Stunden pro Tag (völlig illusorisch zwar, aber ist ja alles nur theoretisch). Bleiben 9,58 Stunden pro Tag.

Theoretisch kann Frau dann an 5 Tagen die Woche jeweils 8 Stunden an ihrem Arbeitsplatz verbringen und Geld verdienen. Was allein schon aufgrund der Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen kaum möglich ist oder in Ferienzeiten, in denen die Kinder ebenfalls betreut werden müssen. Oder wegen der fehlenden/teuren Betreuung für Schulkinder. Und die vielen anderen Dinge, die erledigt werden müssen und um die sich sonst niemand kümmert. Frauen hätten täglich noch einen Zeitüberschuss von 1,58 Stunden zur freien Verfügung. Wenn da nicht Kinder wären, die krank werden oder anderes Unvorhergesehenes passiert.

Sie meinen, zu theoretisch? Stimmt wahrscheinlich. Doch sind nicht auch die Diskussionen immer zu theoretisch? Einzig sinnvoll wäre, die Rahmenbedingungen den Gegebenheiten anzupassen und nicht umgekehrt. Mehr Väterkarenz, bessere Entlohnung von typischen Frauenberufen (speziell der Carearbeit), existenzsicherende Einkommen, Neubewertung der Arbeit, Bewusstsein der Männer schärfen, dass Veränderungen der Strukturen ihnen gleichermaßen zugutekommen, Neuverteilung der Arbeit, Verkürzung der Ferienzeiten, Anhebung der Altersgrenze auf 15 Jahre für die Abschreibung von Kinderbetreuung ..

Und alle Männer, die laut aufschreien, wenn es um Gender Pay Gap und Chancengleichheit geht: erstens profitieren sie ebenfalls von einer Veränderung (mehr Einkommen für Frauen = mehr Familieneinkommen = mehr Zufriedenheit = mehr Freizeit = mehr Gesundheit) und zweitens hätten sie mehr Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen können. Kinderlose Frauen und Männer würden mehr Zeit für sich und ihre Hobbys haben.

Eine Neubewertung der Arbeit (höhere Bewertung von Tätigkeiten, die der gesamten Gesellschaft dienen) würde ein Gleichgewicht bringen und Frauen aus der Teilzeit- und Armutsfalle herausholen.

Mythen des Reichtums

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Sind Vermögenssteuern ungerecht? Warum gibt es einen Armutsbericht und eine Armutskonferenz? Warum müssen die Reichen nicht ihre Vermögen offenlegen? Warum gibt es keinen exakten „Reichtumsbericht“? Kann jede/r reich werden, wenn er/sie sich genügend anstrengt und viel arbeitet?

Wissen Sie, dass 220.000 Menschen, die von der Mindestsicherung leben, weniger als 27 Euro pro Tag für Essen, Kleidung, Miete, Strom und Wasser zur Verfügung haben?

Wussten Sie, dass die 10 reichsten Familien in Österreich täglich 4,3 Millionen Euro ausgeben könnten und erst nach 50 Jahren pleite wären?

Auf Mythen des Reichtums finden Sie gute Erklärungen.

Quelle: Jahoda-Bauer Institut

NACHLESE Infoabend: Meine Pension

Pensionskonto, Versicherungszeiten & Co. brachte Walter Ebner von der PVA 40 Frauen näher, die der Einladung von Frau & Arbeit gefolgt waren. Viel Interessantes und Wichtiges gab es zu erfahren – beispielsweise wie sich Arbeiten im Ausland auf die Pension auswirkt, wer in welchem Ausmaß von der Erhöhung des Pensionsantrittsalters betroffen ist oder auch woraus sich Versicherungszeiten eigentlich zusammensetzen. Die Pensionsreformen der letzten Jahre habe viele Veränderungen gebracht – gute und weniger gute.

Kurioses Detail: den „Ausstattungsbeitrag“, der Frauen früher bei Eheschließung ausgezahlt wurde, gibt es nicht mehr. Damals wurde davon ausgegangen, dass nach Heirat der Ehemann die Frau versorgt bis an deren Lebensende und sie daher keine Pension beziehen wird.

Da das mit den Prinzen nicht so richtig klappt (es gibt viel zu wenige) und es riskant ist, die Ehe als Versorgungsmodell zu sehen, sind Frauen doch auf sich gestellt was die Versorgung in der Pension betrifft. Denn das „Pensionssplitting“ existiert in Österreich zurzeit nur auf freiwilliger Basis und gilt ausschließlich für Paare mit Kindern in den ersten vier Jahren nach der Geburt des Kindes.

Wichtigste Botschaft: Information zahlt sich aus und zwar auch finanziell. Denn die Lebensläufe sind so individuell wie die Frauen. Die kursierende Meinung unter knapp 50-Jährigen, dass es sowieso keine Pension mehr geben werde, wird sich aller Voraussicht nach nicht bewahrheiten.

Wir empfehlen deshalb: nutzen Sie die kostenlosen Sprechstunden der PVA, Montag bis Freitag, 7 bis 15 Uhr (Lichtbildausweis mitbringen). Nur so wissen Sie ganz genau, was auf Sie zukommt und wie Sie in den Jahren bis zu Ihrer Pension noch wertvolle Zeiten sammeln können.

Viel Arbeit, wenig Geld

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Hausfrau und Mutter sein, dem Ehemann den Rücken frei halten, und dabei die eigene Karriere vernachlässigen …

 

So oder ähnlich lesen sich die Lebensläufe zahlreicher Frauen. Irgendwann fehlt dann was – und zwar Jahre, die sich positiv auf dem Pensionskonto niederschlagen. Das liegt in erster Linie am System: viele Frauen arbeiten Teilzeit, um Beruf und Privatleben vereinbaren zu können. Wenn die Kinder größer sind, schaffen sie den Sprung zur Vollzeit nicht. Auch Frauen, die alles „richtig“ gemacht, aber Zeit ihres Lebens zu wenig verdient haben, sind von Altersarmut bedroht. Auf eine Veränderung zu warten, zahlt sich nicht aus. Selbst etwas zu verändern schon. Denn am Ende des Arbeitslebens zählt nur, wer wie viel wo eingezahlt hat. Denken Sie daran und handeln Sie danach. Sagen Sie uns dazu Ihre Meinung. Damit sich etwas verändert. Zeitnah.

Mein Pensionskonto

NACHGEFRAGT

im Interview Franziska S.
44 Jahre, 2 Kinder, 6 und 13 Jahre

Thema: Meine Pension

f&a: Haben Sie Ihr Pensionskonto bereits erhalten?
Ja. Ich habe mir etwas mehr erwartet. Aber ich habe ja noch ein paar Jahre zu arbeiten.

f&a: Werden Sie von Ihrer voraussichtlichen Pension leben können?
Wenn ich mit meinem Mann zusammenbleibe schon. Ansonsten geht es sich nicht aus, obwohl ich seit vielen Jahren zusätzlich in eine private Pensionsvorsorge einzahle. Wer weiß, ob die nicht noch besteuert wird.

f&a: Wenn nein, was ist Ihrer Meinung nach der Grund dafür?
Nach Abschluss einer höheren Schule war ich überwiegend als Sachbearbeiterin in verschiedenen Unternehmen beschäftigt mit durchschnittlichem Gehalt. Bis zur Geburt meiner Töchter auch Vollzeit. Dann war ich jeweils 3 Jahre in Karenz. Der Wiedereinstieg war äußerst schwierig. Mein vormaliger Arbeitgeber musste Personal reduzieren, so konnte ich nicht an meinen alten Arbeitsplatz zurück. Die Qualifikationen, die man durch Kindererziehung erwirbt, wie Flexibilität oder gutes Organisieren werden nicht anerkannt oder eher belächelt.

Ohne die Hilfe meiner Eltern hätte ich überhaupt nicht arbeiten können, denn die Kinderbetreuung hat nicht gepasst. Mein Mann wollte eigentlich auch in Karenz gehen – der Haushalt wäre aber weiterhin meine Verantwortung gewesen. Ich glaube, dass viele Männer eine ähnliche Vorstellung haben. Das bisschen Spielen mit den Kindern macht doch Spaß. Was darüber hinaus alles zu organisieren ist, vergessen sie leicht.

Ein Grund ist sicher auch mein Gehalt. In einem Unternehmen hat ein Kollege mit gleicher Ausbildung, gleichem Alter und gleicher Arbeitsplatzbeschreibung mehr verdient als ich.

f&a: Wurden Sie ausreichend informiert z. B. über die Folgen von Teilzeit?
Ja. Mit 34 Jahren war ich in einem Unternehmen beschäftigt: Die Betriebsrätin der Firma hat uns Frauen über die Auswirkungen von Teilzeit informiert und darauf hingewiesen, wie wichtig eine zusätzliche Vorsorge ist. Sie hat auch geraten, unbedingt mehr als 30 Stunden zu arbeiten.

f&a: Welche Strategien überlegen Sie für sich bis zur Pension und darüber hinaus?
Wenn meine jüngere Tochter fertig ist mit der Volksschule, werde ich wohl wieder Vollzeit arbeiten.

f&a: Was wünschen Sie sich von der Politik?
Ich wünsche mir, dass es mehr Anerkennung und finanzielle Vorteile für Familien mit Kindern gibt. Auch eine gezielte Förderung von Familien wäre hilfreich. Denn Kinder kosten viel Geld, das wird viel zu wenig berücksichtigt. Und es sollten Anreize geschaffen werden, dass Paare wieder mehr Kinder bekommen. Das wäre auch gut für unser Pensionssystem.

f&a: Was raten Sie jungen Frauen?
Wichtig ist eine gute Ausbildung, ein beruflicher Abschluss. Das muss nicht immer ein Studium sein. Unverzichtbar ist, ständig dranzubleiben, im Sinne von Weiterbildung. Und die jungen Frauen sollten unbedingt ihre Partner motivieren, Väterkarenz zu nehmen. Damit das so normal wird wie Mütterkarenz. Und noch etwas: Frauen sollen sich viel mehr auf die Füße stellen und Dinge, die ihnen wichtig sind einfordern.

f&a: Danke für das Interview.

Möchen auch Sie davon erzählen, wie es Ihnen im Hinblick auf Ihre Pension geht? Rufen Sie uns an 0662 880723 oder schreiben Sie eine E-Mail c.weiss@frau-und-arbeit.at

 

 

(K)eine Pension für Frauen?

NACHGEFRAGT

im Interview Kristina Vaillant
Co-Autorin von „Die verratene Generation“
gemeinsam verfasst mit Christina Bylow

Thema: Altersarmut von Frauen

Das Buch beschreibt zwar die Lage in Deutschland,
die Situation der Frauen in Österreich ist jedoch die gleiche.

Kristina Vaillant, Jahrgang 1964, arbeitet als freie Journalistin
in Berlin und schreibt über Themen aus Wissenschaft und Forschung.
Christina Bylow, Jahrgang 1962, schreibt als freie Journalistin
für renommierte Medien in Deutschland.

f&a: Frau Vaillant, Sie haben ein Buch geschrieben mit dem Titel „Die verratene Generation“. Worin besteht der Verrat an den Frauen?

Kristina Vaillant: In dem Buch geht es um die Generation der Frauen in Deutschland, die in den Jahren zwischen 1958 und 1968 geboren sind. Heute sind sie zwischen Mitte vierzig und Mitte fünfzig. Nahezu 7 Millionen Frauen sind das, sie gehören zur Generation der Babyboomer. Viele waren die ersten Töchter in ihren Familien, die eine Ausbildung oder ein Studium absolvierten. Im Beruf sind sie trotzdem oft nicht zum Zug gekommen – auch wenn sie mit einer guten Ausbildung und mit viel Enthusiasmus ins Berufsleben gestartet sind. Sie glaubten, sie hätten nun dieselben Möglichkeiten wie ihre männlichen Altersgenossen. Tatsächlich mussten sie sich entscheiden: Familie oder Beruf. Viele sind wegen der Kindererziehung teilweise oder ganz aus dem Beruf ausgestiegen, die Hälfte dieser Frauen arbeitet Teilzeit. Etwa ein Drittel dieser Frauengeneration erwartet nun Rentenzahlungen, die nicht einmal das Existenzminimum decken werden.
Das ist der Verrat!

f&a:Warum sind Ihrer Meinung nach Frauen in diese Lage geraten?

Kristina Vaillant: Es gibt eine Vielzahl von Gründen. Sie sind in der Geschichte unseres Landes, in einem gesellschaftlichen Klima und einer Politik zu suchen, die davon ausging, dass jede Frau einen Ernährer an der Seite hat. Ihre eigenständige Existenzsicherung spielte bei wichtigen arbeitsmarkt- und rentenpolitischen Entscheidungen keine Rolle. Ein Beispiel: Als die Babyboomer in den 80er- und 90er-Jahren auf den Arbeitsmarkt drängten, war die Konkurrenz groß. Und das, was einmal Standard war, die unbefristete Vollzeitstelle, gab es immer weniger. Für die Frauen waren diese Jobs nicht vorgesehen. Sie sollten das Heer der Teilzeitkräfte und Minijobs im wachsenden Dienstleistungssektor stellen und darüber hinaus die perfekte Mutter sein. Kindergärten und Schulen entließen die Kinder in der Regel um die Mittagszeit. Das Steuerrecht in Deutschland subventioniert bis heute genau dieses Modell äußerst großzügig: gutverdienender Ehemann und hinzuverdienende Ehefrau. Berufstätige Mütter, die alleine für ihre Kinder sorgen, sind dagegen steuerlich benachteiligt.

f&a: Hat das System versagt?

Kristina Vaillant: Die Einsicht, dass dies nicht das Schicksal einzelner Frauen, sondern eine kollektive Erfahrung ist, war eine wichtige Motivation für uns das Buch zu schreiben. Wie viel System dahinter steckt, wurde uns klar, als Anfang 2012 die erste wissenschaftliche Studie zu den Rentenerwartungen der Frauen dieser Generation vorgelegt wurde. Demnach müssen 40 Prozent dieser Generation aus dem Westteil Deutschlands mit einer gesetzlichen Rente von maximal 600 Euro rechnen. Damit hatte man nicht gerechnet, weil diese Frauen ja zu 80 Prozent berufstägig sind. Aber es sind eben häufig nicht die gut bezahlten Jobs, hinzu kommen lange Unterbrechungen wegen Kindererziehungszeiten. In den neuen Bundesländern sind voraussichtlich nur 20 Prozent der Frauen davon betroffen, eine Vollzeit-Berufstätigkeit war dort auch für Mütter eine Selbstverständlichkeit, für Kinderbetreuung war gesorgt. Mit unserem Buch wollen wir zeigen, warum kein individuelles Versagen dahinter steckt, wenn die Renten der Frauen nur halb so hoch sind wie die der Männer, wenn sie nicht die Karriere gemacht haben, die ihre Qualifikation und ihre Hingabe verdienen, wenn sie bei einer Scheidung nach dem neuen Unterhaltsrecht ihren Lebensstandard einbüßen. Es war uns wichtig diese Zusammenhänge aufzuklären, gerade dann, wenn Reden über Wahlfreiheit geschwungen werden, wenn die Emanzipation als politische Aufgabe von manchen als erledigt abgehakt und wenn die Selbstoptimierung als Ausweg gepriesen wird.

f&a:Was müsste sich ändern?

Kristina Vaillant: Meiner Ansicht nach brauchen wir in Deutschland dringend eine Mindestrente, um zu vermeiden, dass Frauen, die berufstätig waren, die für Kinder und Angehörige gesorgt haben, im Alter zum Sozialamt gehen müssen. Und die Politik muss sicherstellen, dass auch die Sorge für andere honoriert wird. Teilzeit-Arbeit oder eine zeitweise Unterbrechung der Berufsstätigkeit an sich ist ja eine gute Lösung für Zeiten, in denen jemand für Kinder sorgen oder sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern will. Aber dann muss Teilzeit attraktiv werden. Und das werden solche Jobs erst dann, wenn auch Führungskräfte selbstverständlich in Teilzeit arbeiten, wenn sie Aufstiegschancen bieten und der Staat für fehlende Rentenbeiträge aufkommt. Dann wäre Teilzeit kein Abstellgleis mehr, dann ist Teilzeitarbeit für Männer wie Frauen attraktiv.

f&a: Was raten Sie jungen Frauen und können Frauen ab 50 noch etwas für sich verändern?

Kristina Vaillant: Mit dem Elterngeld und dem Ausbau der Kinderbetreuung sind junge Frauen in Deutschland nicht mehr wie die älteren vor die Entscheidung gestellt: Familie oder Beruf. Andererseits: Auch unter den 30- bis 40-jährigen Frauen arbeitet in Deutschland jede zweite in Teilzeit. Sind Kinder da, folgen auch junge Paare häufig einer traditionellen Arbeitsteilung. Welche Folgen das haben kann, ist heute kein Geheimnis mehr, das können sie von den älteren Frauen erfahren. Und die sind mit 50 keineswegs alt. Sie sind, wenn auch nicht rechnerisch, aber doch gefühlt, in der Mitte des Lebens angekommen. Sie sind reich an Berufs- und Lebenserfahrung und haben noch mindestens 15 Jahre Berufsleben vor sich. Gerade unter den älteren Frauen steigt der Anteil der Erwerbstätigen. Viele Frauen machen auch in diesem Alter noch einmal einen Sprung, übernehmen mehr Verantwortung im Beruf oder bekommen die erste feste Stelle ihres Lebens. Die Politik sollte das unterstützen, indem sie beispielsweise dafür sorgt, dass bei Bewerbungen wie in den USA keine Angaben mehr zu Alter und Geschlecht gemacht werden oder dadurch dass Altersbegrenzungen bei Beförderungen oder Stipendien wegfallen. Warum sollte man mit 50 nicht auch eine neue Ausbildung beginnen oder promovieren können?

f&a: Danke für das Gespräch.

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Christina Bylow, Kristina Vaillant
Die verratene Generation. Was wir den Frauen in der Lebensmitte zumuten
ca. 256 Seiten, Klappenbroschur HC € 16,99 (D), E-Book € 14,99

 

Thema 2014: Frauen & Armut

Armut und Armutsprävention machen wir im Jahr 2014 zum Thema.

Armut ist nicht einfach nur weiblich. Frauen sind nicht deswegen arm, weil sie zu wenig leisten oder nicht ehrgeizig genug sind. Vielmehr sind es wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie schlechtere Bezahlung jener Berufe, in denen der Frauenanteil überwiegt oder Teilzeitarbeit von Frauen, weil die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben schlicht nicht möglich ist.

Was sich verändern muss, was Frauen tun können und welche Mythen sich um Arm und Reich ranken, darüber berichten wir in unserem Blog.

 

Lieben Sie Geld? NIcht?

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Dann sollten Sie das jetzt ändern.

Geld ist wichtig, definitiv. Es ist Zeichen für Erfolg und Anerkennung. Und: Geld ist mehr als nur Mittel zum Zweck. Mit Geld könen wir Essen, Kleidung, ein Auto kaufen, die Miete bezahlen, reisen. Auch unser Selbstwert hängt zu einem Teil davon ab, wie viel Geld wir haben.

Niemand spricht gerne darüber. Selbst im Freundeskreis ist Geld ein Tabuthema: weil es polarisiert, starke Gefühle hervorruft – auch unangenehme. Deshalb raten wir Ihnen: denken Sie an Geld und reden Sie über Geld. Eine gesunde Einstellung zu Geld und dem eigenen Wert ist enorm wichtig!

Nur so können Sie erfoglreich Ihr Gehalt verhandeln und werden angemessen entlohnt.

Fordern Sie, was Ihnen zusteht. Jetzt!

Arbeit schützt vor Armut nicht

Antworten von Drin phil. Birgit Buchinger, Sozialwissenschafterin und Organisationsentwicklerin 

Teilzeitfalle? Das betrifft mich doch nicht. Oder doch? Teilzeitarbeit bringt ein geringes Einkommen mit sich – Altersarmut ist eine der möglichen Folgen. Doch wie lässt sich das verhindern? Vollzeitbeschäftigung ist eine Variante. Insgesamt braucht es aber die Veränderung der Rahmenbedingungen.

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