Hat Frau Gabalier auch eine Meinung?

Zahlreiche Kommentare auf facebook zum Sager von Andreas Gabalier „Meine Frau bleibt als Mutter zu Hause“, die das herrschende Rollenbild verteidigen und befürworten, zeigen wieder einmal überdeutlich, dass die patriarchalen Strukturen nicht kleinzukriegen sind.

Klar soll es Wahlfreiheit geben – die gibt es aber de facto nicht. Oder wenn, dann nur für eine elitäre Schicht, „die es sich leisten kann“. Allerdings hat diese Wahlfreiheit neben dem Geld-Aspekt noch einen ganz anderen, der kaum gesehen wird: wie Frauen sich finanziell bis zur Pension absichern bzw. ein eigenes Einkommen erwirtschaften, von dem sie auch leben können (falls es dann mal mit der Liebe vorbei ist).

Denn vielfach ist es doch so, dass Frauen von ihren Ehemännern ausgestauscht werden. Gegen jüngere Frauen nämlich. Und all jene, die ihren Männern „den Rücken freigehalten und sich um das Haushaltsmanagement und die Kinder gekümmert haben“ fallen in ein tiefes Loch. Ohne Arbeit, ohne Geld, ihre Perspektive: Abhängigkeit vom Gutdünken des Ex-Mannes und Altersarmut. Verklärte romantische Wunschbilder tragen also nicht dazu bei, dass gesellschaftspolitisch endlich die längst fällige Veränderung erfolgt.

Was uns zum Feminismus führt; der kommt nämlich allen zugute: Frauen wie Männern. Männern schadet es nicht, wenn sie Feministen sind und daran glauben, dass Frauen und Männer gleich viel wert sind und gleich viel zu sagen haben. Davon profitieren laut Weltbank die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Politik.

Zahl der Woche

2/3 : 1/3

Wöchentlich leisten Frauen 123 Mio. unbezahlte Stunden; davon 17,5 Mio. Stunden für Kinderbetreuung, 1,1 Mio. Stunden für Pflege von Angehörigen und 99,2 Mio. Stunden im Haushalt. Die wöchentliche Erwerbstätigkeit von Frauen beträgt rund 71,4 Mio. Stunden.

Männer arbeiten 111 Mio. Stunden bezahlt und nur 63,6 Mio. Stunden unbezahlt.

Zahl des Monats

Das Finanzvermögen österreichischer Millionäre beträgt etwa 245 Milliarden Euro, dieser Summe stehen 500 Milliarden Euro als gesamtes Finanzvermögen der Österreicherinnen und Österreicher gegenüber. 77.600 Personen haben ein Vermögen von mehr als 1 Million Euro. 1,2 Millionen Menschen in Österreich gelten als armutsgefährdet.

Machen Sie sich selbst ein Bild

29. September 2013: Nationalratswahl. 9 Parteien wollen Ihre Stimme. Wie treffen Sie Ihre Wahl-Entscheidung? Wählen Sie das kleinste Übel? Oder jene Partei, die Ihre Anliegen noch am ehesten vertritt? Sind Sie Protestwählerin? Oder gehen Sie erst gar nicht zur Wahl?

Wirtschaft und Arbeitsmarkt haben schon bessere Zeiten gesehen, der Wahlkampf frustriert. Wie sollen wir uns denn da entscheiden?

Initiative Damenwahl hat alle Parteien befragt und erhoben, welche Partei mit Frauenpolitik punkten kann. Die Ergebnisse finden Sie hier.

Machen Sie sich also selbst ein Bild.

The ignorance of one voter in a democracy impairs the security of all.
John F. Kennedy

In Pension mit 65?

Die ÖVP möchte eine frühere Erhöhung des Frauenpensions-alters von 60 auf 65 Jahre durchsetzen, mit dem Argument: Frauen würden weniger Pension erhalten, weil sie früher in Pension gehen.

Interessanter Ansatz. Nur ist das so nicht richtig.

Gründe, warum Frauen weniger Pension erhalten als Männer gibt es einige:

  • Frauen werden im Durchschnitt schlechter bezahlt als Männer
  • Frauen haben Berufsunterbrechungen, weil sie Kinder großziehen
  • Frauen arbeiten nach der Geburt ihrer Kinder vielfach Teilzeit
  • Frauen fehlen nach einer Trennung/Scheidung oftmals Versicherungszeiten

Mit 65 sind die Weichen für die Frauen bereits gestellt: entscheidend ist die Erwerbsbiografie vor dem 65. Geburtstag. Und 5 Jahre – ganz ehrlich – was soll da noch viel passieren, wenn nicht bereits in den Jahren des Berufslebens der Grundstein für eine ausreichende Pensionszahlung gelegt wurde?

Unser Rat an Sie: Frühzeitig an die Pension denken! Und zwar in jedem Fall, auch wenn Sie zugunsten Ihres Partners auf eine Erwerbstätigkeit verzichten, sollten Sie möglichst alterntive Vorsorge treffen. Denn eine Ehe ist kein lebenslanges Versorgungsmodell.