Hat Frau Gabalier auch eine Meinung?

Zahlreiche Kommentare auf facebook zum Sager von Andreas Gabalier „Meine Frau bleibt als Mutter zu Hause“, die das herrschende Rollenbild verteidigen und befürworten, zeigen wieder einmal überdeutlich, dass die patriarchalen Strukturen nicht kleinzukriegen sind.

Klar soll es Wahlfreiheit geben – die gibt es aber de facto nicht. Oder wenn, dann nur für eine elitäre Schicht, „die es sich leisten kann“. Allerdings hat diese Wahlfreiheit neben dem Geld-Aspekt noch einen ganz anderen, der kaum gesehen wird: wie Frauen sich finanziell bis zur Pension absichern bzw. ein eigenes Einkommen erwirtschaften, von dem sie auch leben können (falls es dann mal mit der Liebe vorbei ist).

Denn vielfach ist es doch so, dass Frauen von ihren Ehemännern ausgestauscht werden. Gegen jüngere Frauen nämlich. Und all jene, die ihren Männern „den Rücken freigehalten und sich um das Haushaltsmanagement und die Kinder gekümmert haben“ fallen in ein tiefes Loch. Ohne Arbeit, ohne Geld, ihre Perspektive: Abhängigkeit vom Gutdünken des Ex-Mannes und Altersarmut. Verklärte romantische Wunschbilder tragen also nicht dazu bei, dass gesellschaftspolitisch endlich die längst fällige Veränderung erfolgt.

Was uns zum Feminismus führt; der kommt nämlich allen zugute: Frauen wie Männern. Männern schadet es nicht, wenn sie Feministen sind und daran glauben, dass Frauen und Männer gleich viel wert sind und gleich viel zu sagen haben. Davon profitieren laut Weltbank die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Politik.