Geht die Rechnung auf?

Keine Überraschung: Das Pensionsantrittsalter der Frauen wird angehoben – das steht fest: für alle ab 1963 Geborenen. Die neue Argumentationslinie überrascht dafür umso mehr: denn laut Politik müssen Frauen nun weniger Angst davor haben, ihren Arbeitsplatz zu verlieren (weil knapp 60 = aus dem Job gedrängt) und zweitens bekommen sie dann mehr Pension.

Wie viel mehr das tatsächlich ist, darüber wird kein Wort verloren. Denn diese 5 Jahre bringen bei einem Bruttogehalt von 2.000 Euro monatlich lediglich 122 Euro brutto monatlich mehr Pension. Damit lassen sich weder große Sprünge machen noch wird Altersarmut vermieden.

Auch das zweite Argument ist dürftig: denn Frauen werden zurzeit wesentlich früher aus dem Job gedrängt, weil bereits zu alt und zu teuer. Teilweise mit Mitte 40. Die Anhebung wird deshalb auch keien große Rolle spielen, damit mehr Unternehmen ältere Arbeitnehmer/innen weiter beschäftigen.

Alles nichts Neues, denn Frauen liegen sowieso immer irgendwie falsch: entweder sie sind zu jung (also keine Berufserfahrung) und sie könnten schwanger werden; sind die Kinder da, könnte es sein, dass es Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit gibt – also auch nicht der Arbeitgeber/innen Wunsch. Sind die Kinder größer, werden Frauen als Arbeitskräfte plötzlich zu teuer. Und sind die Kinder endlich aus dem Haus, sind Frauen zu alt. Oder haben erneut Schwierigkeiten mit der Vereinbarkeit, weil Eltern oder Schwiegereltern gepflegt werden müssen.

Zu dem ganzen Dilemma gesellen sich noch schlechtere Bezahlung, wenig Einkommen weil Teilzeitarbeit – aufgrund der teilweise unmöglichen Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und letztendlich weniger Pension weil weniger Beitragsjahre.

Dass dann immer noch Stimmen laut werden und fordern, Frauen sollten länger arbeiten, weil sie eine höhere Lebenserwartung als Männer haben, ist völlig unverständlich.

Denn irgendwann müssen die Frauen ja endlich Zeit zum Leben haben – nur fehlt ihnen dazu in der Pension meist leider das Geld.