Bald zu alt …

Immer jünger werden die „älteren Arbeitskräfte“, die ihren Arbeitsplatz verlieren.Teilweise bereits mit Anfang 40 werden sie ausgetauscht – gegen jüngere, die billiger sind. Keine Frage, dass sich ein solcher Umgang extrem negativ auf die aus der Arbeitswelt Entlassenen auswirkt: lange Zeiten der Arbeitslosigkeit, geminderter Selbstwert und Existenzängste werden zum Alltag. Hinzu kommt, dass diese Menschen kaum Hoffnung auf einen Wiedereinstieg haben. In einer Umfrage geben 73% der Befragten an, eher schwer bzw. sehr schwer einen Job zu finden.

Von Überqualifizierung ist die Rede, von zu hohen Kosten für erfahrene Mitarbeiter/innen. Auf unzählige Bewerbungen kommen nicht einmal Absagen, kaum je eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Zermürbend, entwürdigend und frustrierend ist diese Zeit für die Betroffenen, macht vielfach krank. Denn in unserer Gesellschaft ist kein Platz für derart Gescheiterte.

Mit Anfang 40 ist im Hinblick auf die heutige Lebenserwartung niemand alt. Nicht zu alt dafür, eine Familie oder ein eigenes Unternehmen zu gründen – wohl aber zu alt für die Arbeitswelt? Gerade jetzt, wo das Pensionsalter der Frauen angehoben wird, ein Widerspruch in sich. Denn wie, bitte, sollen Frauen bis 65 arbeiten, wenn die Unternehmer/innen das Potenzial der Älteren nicht zu schätzen wissen?

Ein beliebtes Argument pro Anhebung des Pensionsalters ist nach wie vor, dass Frauen dann ja mehr Pension bekommen würden und sich die Gefahr der Altersarmut reduziere. Was nicht stichhaltig ist, denn Frauen sind nicht etwa deshalb eher von Altersarmut betroffen, weil sie früher in Pension gehen, sondern weil sie während ihres gesamten Berufslebens weniger verdienen und mehr Berufsunterbrechungen haben: aufgrund von einer Menge unbezahlter Arbeit, wie Kindererziehung, Haushalt, Pflege von Angehörigen.

Das geht sich also alles so nicht aus, wie die Politik das plant. Der ÖGB fordert deshalb ein Bonus-Malus-System für Betriebe. Ob das hilft, wird sich zeigen. Den Frauen (und Männern) bleibt nur zu hoffen, dass sie möglichst lange im Arbeitsleben verbleiben können.

Hier gehts zum Angebot für Frauen 40+