Mein Pensionskonto

NACHGEFRAGT

im Interview Franziska S.
44 Jahre, 2 Kinder, 6 und 13 Jahre

Thema: Meine Pension

f&a: Haben Sie Ihr Pensionskonto bereits erhalten?
Ja. Ich habe mir etwas mehr erwartet. Aber ich habe ja noch ein paar Jahre zu arbeiten.

f&a: Werden Sie von Ihrer voraussichtlichen Pension leben können?
Wenn ich mit meinem Mann zusammenbleibe schon. Ansonsten geht es sich nicht aus, obwohl ich seit vielen Jahren zusätzlich in eine private Pensionsvorsorge einzahle. Wer weiß, ob die nicht noch besteuert wird.

f&a: Wenn nein, was ist Ihrer Meinung nach der Grund dafür?
Nach Abschluss einer höheren Schule war ich überwiegend als Sachbearbeiterin in verschiedenen Unternehmen beschäftigt mit durchschnittlichem Gehalt. Bis zur Geburt meiner Töchter auch Vollzeit. Dann war ich jeweils 3 Jahre in Karenz. Der Wiedereinstieg war äußerst schwierig. Mein vormaliger Arbeitgeber musste Personal reduzieren, so konnte ich nicht an meinen alten Arbeitsplatz zurück. Die Qualifikationen, die man durch Kindererziehung erwirbt, wie Flexibilität oder gutes Organisieren werden nicht anerkannt oder eher belächelt.

Ohne die Hilfe meiner Eltern hätte ich überhaupt nicht arbeiten können, denn die Kinderbetreuung hat nicht gepasst. Mein Mann wollte eigentlich auch in Karenz gehen – der Haushalt wäre aber weiterhin meine Verantwortung gewesen. Ich glaube, dass viele Männer eine ähnliche Vorstellung haben. Das bisschen Spielen mit den Kindern macht doch Spaß. Was darüber hinaus alles zu organisieren ist, vergessen sie leicht.

Ein Grund ist sicher auch mein Gehalt. In einem Unternehmen hat ein Kollege mit gleicher Ausbildung, gleichem Alter und gleicher Arbeitsplatzbeschreibung mehr verdient als ich.

f&a: Wurden Sie ausreichend informiert z. B. über die Folgen von Teilzeit?
Ja. Mit 34 Jahren war ich in einem Unternehmen beschäftigt: Die Betriebsrätin der Firma hat uns Frauen über die Auswirkungen von Teilzeit informiert und darauf hingewiesen, wie wichtig eine zusätzliche Vorsorge ist. Sie hat auch geraten, unbedingt mehr als 30 Stunden zu arbeiten.

f&a: Welche Strategien überlegen Sie für sich bis zur Pension und darüber hinaus?
Wenn meine jüngere Tochter fertig ist mit der Volksschule, werde ich wohl wieder Vollzeit arbeiten.

f&a: Was wünschen Sie sich von der Politik?
Ich wünsche mir, dass es mehr Anerkennung und finanzielle Vorteile für Familien mit Kindern gibt. Auch eine gezielte Förderung von Familien wäre hilfreich. Denn Kinder kosten viel Geld, das wird viel zu wenig berücksichtigt. Und es sollten Anreize geschaffen werden, dass Paare wieder mehr Kinder bekommen. Das wäre auch gut für unser Pensionssystem.

f&a: Was raten Sie jungen Frauen?
Wichtig ist eine gute Ausbildung, ein beruflicher Abschluss. Das muss nicht immer ein Studium sein. Unverzichtbar ist, ständig dranzubleiben, im Sinne von Weiterbildung. Und die jungen Frauen sollten unbedingt ihre Partner motivieren, Väterkarenz zu nehmen. Damit das so normal wird wie Mütterkarenz. Und noch etwas: Frauen sollen sich viel mehr auf die Füße stellen und Dinge, die ihnen wichtig sind einfordern.

f&a: Danke für das Interview.

Möchen auch Sie davon erzählen, wie es Ihnen im Hinblick auf Ihre Pension geht? Rufen Sie uns an 0662 880723 oder schreiben Sie eine E-Mail c.weiss@frau-und-arbeit.at

 

 

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