Frauen an die Macht

Antworten von Drin Margit Schratzenstaller-Altzinger, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Wien

Wollen Frauen überhaupt führen? Diese Frage stellt sich. Denn obwohl Frauen allein aufgrund der besseren Bildung im Vergleich zu den Männern Führungspositionen übernehmen könnten, kommen nur wenige Frauen ganz nach oben. Warum das so ist, versuchen wir mit diesem Beitrag zu erklären.

Wir meinen, dass mehr Frauen Führungspositionen anstreben würden, wenn die Arbeitswelt nicht nach einem männlichen Modell ausgerichtet wäre. Wie sehen sie das?

Für das Fehlen von Frauen in Führungspositionen allgemein und noch viel mehr in Top-Entscheidungspositionen in Unternehmen gibt es viele Gründe. Ein wesentlicher Grund ist sicherlich, dass mit Führungspositionen oft Anforderungen und Erwartungen verbunden sind, die sich an einem „männlichen Modell“ orientieren.

Etwa die Erwartung von langen Arbeits- und Anwesenheitszeiten, von ständiger Verfügbarkeit, oder die unterschiedliche Beurteilung des familiären Hintergrundes von Männern und Frauen. Während es beispielsweise bei einer männlichen Führungskraft in der Regel als vorteilhaft betrachtet wird, wenn er Kinder hat, wird das Vorhandensein von Kindern bei einer weiblichen Führungskraft eher als hinderlich gesehen.

Was muss sich ändern?

Neben vielen anderen Maßnahmen ist wohl auch ein anderes Normarbeitsverhältnis für Frauen und Männer erforderlich, das für beide Geschlechter kürzere Normarbeitszeiten vorsieht. – Als zentrale Voraussetzung für eine gleichere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Männern und Frauen allgemein, aber auch dafür, dass sich der Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöht.

Auch wären kooperativere (bereitwillig gemeinsam) wie auch partizipativere (beteiligende) Arbeitsbeziehungen sowie Führungsmodelle und Entscheidungsmechanismen förderlich. Denn Frauen werden nicht selten auch von sehr hierarchischen (strenge Rangfolge) und konfliktreichen Strukturen abgeschreckt.

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