Männer an den Herd. Mehr Geld für Frauen.

Antworten von Gabriele Heinisch-Hosek, Bundesministerin für Frauen
und Öffentlichen Dienst

Es ist kein Geheimnis, dass Frauen immer noch weniger verdienen. Gründe dafür gibt es viele und der Equal Pay Day erinnert immer wieder daran. Damit das nicht so bleibt und Frauen angemessen entlohnt werden, müssen Männer endlich ihren Anteil der unbezahlten Arbeit leisten. Und zwar Hausarbeit genauso wie Kindererziehung.

Was der Sozialstaat braucht: Verteilung des Vermögens zwischen Frauen und Männern. Wie können wir uns eine solche verteilung vorstellen?

Eine gerechte Verteilung setzt bei den Einkommen an, bei den Vermögen und auch bei der Arbeit – der bezahlten und der unbezahlten. Wir wissen, dass die Vermögensverteilung noch ungleicher ist, als die Verteilung der Einkommen. Beides bereitet einer Gesellschaft große Probleme. Erstens, weil dadurch ein Ungleichgewicht entsteht, das zu sozialen Spannungen führen kann und ungerecht ist.

Zweitens, weil damit nicht alle entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit einen Beitrag leisten. Der Staat braucht aber ausreichend Einnahmen, um all jene Unterstützungsangebote bereitzustellen, die so dringend gebraucht werden. Das sind soziale Transfers wie z. B. Arbeitslosenunterstützung, Pflegegeld und Kinderbetreuungsgeld; auch ausgebaute und funktionierende Infrastruktur oder Bildungseinrichtungen und soziale Dienstleistungen zählen dazu.

Und damit habe ich die Verbindung zum dritten Punkt, den man sich unter dem Stichwort „Verteilungsgerechtigkeit“ anschauen muss: Die Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. Auch hier gibt es ein großes Ungleichgewicht. Während jährlich 3 Millionen Überstunden geleistet werden, gibt es viele Menschen, die gar keine Arbeit haben, oder nur Teilzeit arbeiten und gerne mehr tun würden.

Zwei Drittel der unbezahlten Arbeit müssen von Frauen erledigt werden. Auch das ist ungerecht. Um das zu ändern, braucht es die noch stärkere Einbeziehung der Männer in die Kinderbetreuung, Pflege und Hausarbeit – und eben den deutlichen Ausbau des Angebots bei den sozialen Dienstleistungen.

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