Endlich mehr Zeit

Antworten von Karin Beer, Gesundheitsreferentin der AK Salzburg

Wünschen Sie sich auch mehr Zeit für die Familie, für Hobbys und Freizeit? Dann könnten Sie endlich öfter mit den Kindern spielen, lesen, faulenzen, hätten Zeit für sich und wären nicht ständig gehetzt. Eine 30-Stunden-Woche bei gleichem Gehalt würde uns diesem Wunsch einen großen Schritt näher bringen.

Eine generelle Arbeitszeitverkürzung bei gleichbleibendem Gehalt könnte etliche Probleme lösen. wie sehen Sie das? 

Ich bin überzeugt davon! Die Verteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen den Geschlechtern würde sich verändern, ebenso die Kinderbetreuungspflichten. Die derzeit gängige Teilzeit wäre dann (fast) Vollzeit, womit die Zuschreibung des „Dazuverdienens“ nicht mehr bei den Frauen per se liegen würde.

Gleichzeitig müssten auch die Überstunden reduziert werden, um eine Umverteilung der Arbeitszeit zu erreichen. Ohne eine rigide gesetzliche Vorgabe wird das wohl nicht gehen.

Wogegen wehren sich die Gegner/innen dieses Vorschlages?

Die Wirtschaft argumentiert vorrangig betriebswirtschaftlich. Eine generelle Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich schmälert daher den Gewinn. „Weniger arbeiten, gleich viel verdienen“ ist deshalb eine Horrorvorstellung. Eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich haben wir aber bereits in Form von Teilzeitjobs oder geringfügiger Beschäftigung!

Wie kann eine Umsetzung gelingen?

Seit 1975 gilt die gesetzliche Wochenarbeitszeit von derzeit 40 Stunden. Nach Jahrzehnten eines Stillstandes braucht es eine Kampagne für eine Verkürzung, vor allem angesichts der drastisch gestiegenen Produktivität, der steigenden gesundheitlichen Belastungen und der anhaltenden Auswirkungen der Wirtschaftskrise am Arbeitsmarkt. Arbeitszeit „fair-teilen“ wird im Rahmen der ÖGB-Kampagne propagiert.

Warum nicht ein Volksbegehren für eine Arbeitszeitverkürzung starten?

Ein Gedanke zu „Endlich mehr Zeit

  1. Ich finde 30 Stunden okay, solange ich noch genug Geld übrig habe um über die Runden kommen zu können… sonst bleibt mir eh keine andere Wahl…

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